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Brückenbauerin zwischen Du und Ich

Bericht reformiert-solothurn.ch Oktober 2018Quelle: reformiert-solothurn.chEin Lebensweg verläuft nicht mehr eben, Probleme türmen sich, die Trauer nach einem Verlust lähmt: Franziska Rüegsegger begleitet Familien, Gemeinschaften und Menschen durch schwierige Zeiten zu neuen Perspektiven. Wer ist die Frau, die im November einen Workshop gibt, wie wir mit Kindern über all dies reden können?

Franziska Rüegsegger liebt Begegnungen. Die Frau aus Hubersdorf mit vielen Facetten: Ehefrau, Mutter, Grossmutter und engagierte Berufsfrau. Vielen ist sie bekannt als Gründerin der Spielgruppe und der Waldspielgruppe, eine der ersten im Kanton Solothurn. Jahrelang leitete sie diese beiden Spielgruppen mit viel Herzblut für die Kinder ihre Familien.

In der Lebensmitte hat Franziska Rüegsegger ihr Wirken nochmals auf ein neues Fundament gestellt und in der Berufung ihren Beruf gefunden, ein Weg, welcher sich schon seit längerer Zeit abgezeichnet hatte. Dabei kam auch diese Geschichte zum Leben, die sie schon vor Jahren tief bewegte: «Du hast aber einen schönen Beruf», sagte das Kind zum alten Brückenbauer, es muss schwer sein, Brücken zu bauen ...» «Wenn man es gelernt hat, ist es leicht», antwortete der alte Brückenbauer. «Es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind weit schwieriger», sagte er. «Ich möchte Brücken bauen von der Gegenwart in die Zukunft, von der Traurigkeit in die Freude, von der Dunkelheit ins Licht. Ich möchte eine Brücke bauen des gegenseitigen Verstehens, der Achtsamkeit und des Annehmens.»
Der frühe Tod ihrer Schwester, welche als alleinerziehende Mutter fünf Kinder hinterlassen hat, und die Erfahrung, dass es in solchen Situationen an Fachleuten mangelt, war der definitive Auslöser, die Ausbildung zur Familien-, Lebens- und Trauerbegleiterin in Angriff zu nehmen.

Heute führt Franziska Rüegsegger eine eigene Praxis. Sie heisst Praxis «Whanau», ein Wort aus der Maori-Sprache Neuseelands, das Familie und Gemeinschaft bedeutet. Sie begleitet zum Beispiel Menschen welche ein traumatisches Erlebnis hatten zurück in ein Leben mit Perspektiven der Hoffnung. Sie unterstützt Familien nach einem Verlusterlebnis auf ihrem Pfad der Trauer und der Suche nach einem Weg zurück in den veränderten Alltag. Sie wird in Schulklassen gerufen und bietet Weiterbildungen für Erziehende und Lehrpersonen zum Thema Tod und Trauer an.

Eine ganz besondere Herzensangelegenheit ist für sie die Kinder- und Jugendtrauerbegleitung, «damit kleine Mäuse nicht zu grosse Brocken tragen müssen». Das von ihr ins Leben gerufene Spenden-Projekt «Pippilotta» ermöglicht Kindern und Jugendlichen nach einem Verlust eine Trauerbegleitung. Eltern und Angehörige sind in dieser Situation oft selbst in einem Ausnahmezustand, und nicht alle haben die Mittel, professionelle Angebote zu bezahlen. «Pippilotta» unterstützt sie unbürokratisch mit Soforthilfe.

In ihrem Tun schöpft Franziska Rüegsegger Kraft aus der Familie, das tiefe Verstehen und Mitgefühl aus der Lebenserfahrung, die geprägt war, von eigenen frühen Verlusten der familiären Geborgenheit. Sie baut Brücken, nicht aus Beton und Stahl, sondern aus Vertrauen und Hoffnung, aus Gebeten und Geschichten. Und sie überquert mit Menschen zusammen die Tiefen des Lebens auf diesen Brücken.

 

Samuel Stucki
Pfarrer

Aktuelle Ereignisse, Krieg, Unglücke:

Wie mit Kindern darüber reden?
Horizonte-Kurs mit Franziska Rüegsegger

Montag, 12. November 2018, 20.00 bis 22 Uhr
Pfarrsaal Riedholz

Anmeldung bei Pfarrer Samuel Stucki:
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Eintritt frei, Kollekte zu Gunsten des Projekts Pippilotta

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